Polizei : Newsletter Nr. 220, Juli 2018                                                                                             Verantwortlich: Prof. Dr. Thomas Feltes, Bochum
 1)   Wie die Amerikaner ihre Polizei sehen …
 2)   Treuhand hat für Enttäuschungen und „biografische Verlusterfahrungen“ gesorgt
 3)   Flut von akademischem Spam
 4)   Polizeigewalt – sozialwissenschaftliche Analysen
 5)   Emotionen bei der Auswahl von Polizeianwärtern
 6)   Polizeiliche Strategien im Bereich schwerer Kriminalität
 7)   War on Cops und De-Policing
 8)   Sozialhilfe und Gewalt
 9)   Das Bundesministerium der Justiz und die NS-Zeit
10)  Wie ticken Jugendliche 2016?
11)  Unterschiede in der Lebenszufriedenheit nehmen zu
12)  Rückfallberechnung per Computer
13)  Regierungsbericht über Qualität der Polizeiarbeit
14)  Wie Polizeibeamte durch langsames Denken besser arbeiten
15)  Schulpolizei in Großbritannien
16)  Gefangenenraten weltweit
17)  Anti-Folter-Kommission des Europarates
18)  Macht Kiffen friedlich …
 
1) Wie die Amerikaner ihre Polizei sehen …
… und welche Unterschiede es dabei gibt zeigt eine große Studie des Cato-Institutes. Sicherheitsgefühl, eigene Erfahrungen mit der Polizei spielen dabei eine wichtige Rolle. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=528
 
 
2) Treuhand hat für Enttäuschungen und „biografische Verlusterfahrungen“ gesorgt
Die Wahrnehmung und Bewertung der Treuhand wurde in einer Studie der RUB untersucht. Die Kollegen kommen zu dem Ergebnis, dass für viele Ostdeutsche die Treuhandanstalt bis zum heutigen Tage mit einschneidenden und prägenden biografischen Verlusterfahrungen und erlittenen Enttäuschungen mit Blick auf die freiheitliche Demokratie und die soziale Marktwirtschaft verbunden ist. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=529
 
 
3) Flut von akademischem Spam
Die sogenannten Predatory Publishers und ihre unaufgefordert versendeten E-Mails belästigen mehr und mehr Forschende. Wie lässt sich diese Flut aufhalten? http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=530
 
 
4) Polizeigewalt – sozialwissenschaftliche Analysen
Ein Sonderheft der Zeitschrift „Social Issues“ beschäftigt sich mit sozialwissenschaftlichen Analysen von Polizeigewalt, Dabei geht es auch um racial profiling und Schusswaffengebrauch. Quelle: http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=531
 
 
5) Emotionen bei der Auswahl von Polizeianwärtern
Die Kontrolle von Emotionen ist eine wichtige Aufgabe von Polizisten. Eine europäische Studie beschäftigt sich mit der Frage, wie dieser Aspekt bereits bei der Auswahl und der Ausbildung berücksichtigt werden kann. https://bulletin.cepol.europa.eu/index.php/bulletin/article/view/248
 
 
6) Polizeiliche Strategien im Bereich schwerer Kriminalität
Die Wirksamkeit polizeilicher Ermittlungsmaßnahmen hat eine Meta-Studie in den USA untersucht. Dazu wurden 18 Studien näher analysiert. http://aic.gov.au/publications/current%20series/tandi/521-540/tandi539.html
 
 
7) War on Cops und De-Policing
In den USA wird von einem “Krieg gegen die Polizei” gesprochen. Die Studie untersucht die Wahrnehmung von Polizeiführern und kommt zu dem Ergebnis, dass sie glauben, dass ihre Untergebenen diese Einschätzung teilen und daher in vielen Fällen „de-policing“ betreiben, also weniger proaktiv tätig werden. http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/07418825.2017.1338743
 
 
8) Sozialhilfe und Gewalt
Eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es im Bereich der OECD-Staaten einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen den Ausgaben für Sozialhilfe bzw. öffentliche Wohlfahrt und tödlicher Gewalt gibt. Je höhe die Ausgaben, umso niedriger sind die Gewaltraten, und umgekehrt. http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/07418825.2017.1293711
 
 
9) Das Bundesministerium der Justiz und die NS-Zeit
Zwischen 1949 und 1973 war die Rosenburg in Bonn Sitz des Bundesministeriums für Justiz. Welche personellen Kontinuitäten aus der NS-Zeit gab es dort? Das Buch in der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung (pdf kostenlos, gedruckt 7.- Euro) enthält die Forschungsergebnisse der Kommission zur Erforschung der NS-Vergangenheit der Behörde. http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=532
 
 
10) Wie ticken Jugendliche 2016?
Eine Studie zu den Lebenswelten von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren in Deutschland ist noch im Juli kostenlos downloadbar unter https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-12533-2
 
 
11) Unterschiede in der Lebenszufriedenheit nehmen zu
In Deutschland hat sich nicht nur die Kluft zwischen Arm und Reich in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt, sondern auch die Unterschiede in der Lebenszufriedenheit. Während der Unterschied zwischen 1984 und 1990 geringer wurde, wurde er nach der Wende deutlich größer, also zwischen 1990 und 2005. Nach 2010 hat er sich dann wieder leicht verkleinert. Dabei sind vor allem die Unterschiede beim Risiko, arbeitslos zu werden und beim Haushaltseinkommen entscheidend für diese Unterschiede und diese Entwicklung. http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.572798.de
 
 
12) Rückfallberechnung per Computer
Viele US-Richter benutzen eine Software, in die sie 137 Merkmale eingeben und dann Aussagen zur Rückfallwahrscheinlichkeit bekommen. Eine Studie zeigt: Selbst juristische Laien können das ebenso gut, und es gibt zwei Faktoren, die entscheidend sind: Das Alter und die Anzahl der Vorstrafen. Die Software erhöht damit die Zahl der freiheitsentziehenden und damit besonders schädlichen Vorstrafen bei denen, die schon welche haben. http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-22312-2018-01-18.html Originalbeitrag unter http://advances.sciencemag.org/content/4/1/eaao5580
 
 
13) Regierungsbericht über Qualität der Polizeiarbeit
Regierung in Australien veröffentlicht jedes Jahr einen Bericht über die Qualität der Arbeit ihrer Behörden, darunter auch der Polizei. Der Bericht enthält u.a. Angaben zur Bewertung der Effektivität der Polizeiarbeit, der Bürgerzufriedenheit mit der Polizei und der Integrität. Der Bericht 2018 steht hier zur Verfügung: http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=533
 
 
14) Wie Polizeibeamte durch langsames Denken besser arbeiten
Eine Studie aus den USA zeigt, wie man “bessere” Polizeibeamte bekommen kann, indem man ihnen “langsames Denken” beibringt. Schon nach sechs Wochen Training gab es weniger Konflikte und weniger Gewaltanwendung durch die Polizei. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1745-9133.12337 Dazu passt auch unser Beitrag zu schnellem Denken und langsamen Denken im Polizeiberuf. Der Beitrag ist hier kostenlos verfügbar: http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=534
 
 
15) Schulpolizei in Großbritannien
Relativ unbeachtet gibt es in englischen Schulen (vor allem in benachteiligten Gebieten) eigens dort stationierte Polizeibeamte. Hintergründe unter https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/01425692.2017.1375401
 
 
16) Gefangenenraten weltweit
Der Staat Oklahoma führt mit fast 1.100 Gefangenen je 100.000 Einwohnern die Liste der Gefangenenraten welt weit an. Deutschland rangiert mit 78 deutlich vor den Niederlanden (59) und Schweden (57). https://www.prisonpolicy.org/global/2018.html
 
 
17) Anti-Folter-Kommission des Europarates
Die Kommission (CPT) hat seit einiger Zeit einen eigenen Twitter-Account: https://twitter.com/CoE_CPT
 
 
18) Macht Kiffen friedlich …
… und Saufen aggressiv? Mit dem Zusammenhang von Cannabis- und Alkoholkonsum und delinquentem Verhalten beschäftigt sich ein Beitrag in der ZJJ http://www.polizei-newsletter.de/links.php?L_ID=535