Nr. 305, März 2026
 
12) Forschungsprojekt „Don`t knock me out“ zum Thema K.O.-Tropfen präsentiert erste Zwischenergebnisse
Wissenschaftler aus Chemnitz und Innsbruck ziehen auf der Grundlage einer (nicht-repräsentativen) anonymisierten Online-Umfrage mittels eines mehr als 60 Fragen umfassenden Fragebogens eine erste Zwischenbilanz. Bislang wurden 1.228 der mehr als 2.000 Rückmeldungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgewertet. Alleine unter den TeilnehmerInnen der Umfrage aus Deutschland zeigt sich einerseits die beachtliche Prävalenz des Phänomens „Drink Spiking“ = unfreiwillige Verabreichung von als K.O.-Tropfen missbrauchten Substanzen (527 Fälle). Andererseits zeigte sich bei diesen Probanden eine äußerst geringe Reaktionsbreite, sowohl bei der eigeninitiativen rechtsmedizinischen Bestätigung des Verdachts (42) als auch bei der Anzeigenquote (48 – also nur etwa jede(r) Zehnte) der Verdachtsfälle. Die noch bis Ende 2026 andauernde Studie will dazu beitragen, das offenkundig beachtliche Dunkelfeld zu erhellen und die damit zusammenhängende Problematik auf allen Ebenen, inklusive möglicher institutioneller Hürden bei der Erfassung derartiger Fälle, besser zu verstehen. Darauf aufbauend sollen auch ggf. effektivere Aufklärungs- und Präventionsstrategien abgeleitet werden. Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat bereits Ende November 2025 hierzu einen RefE zur Änderung des Strafgesetzbuches vorgelegt - https://t1p.de/0cr19