Nr. 306, April 2026
 
2) Deutsche Staatsbürgerschaft reduziert Jugendkriminalität
Ein interdisziplinäres Forscherteam hat vor dem Hintergrund der Reform des deutschen Staatsbürgerschaftsrechts im Jahr 2000 (vgl. BGBl. 1999 I Nr. 38 vom 23. Juli 1999, S. 1618ff.) mehr als 120 000 Kriminalitätsfälle mit jugendlichen Tatverdächtigen aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Berlin analysiert. Jugendliche der zweiten und dritten Migrantengeneration, die durch die Reform von Geburt an einen deutschen Pass besaßen, wurden demnach später im Jugendalter rund 70 Prozent seltener als Tatverdächtige registriert als vergleichbare Jugendliche ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt bei Eigentums- und Drogendelikten, so die zentrale Erkenntnis der Analyse. Die Forscher sprechen sich deshalb für eine „frühestmögliche Integration“ aus: „Unsere Analyse zeigt, dass frühzeitige Interventionen, wie etwa die Verleihung der Staatsbürgerschaft bei Geburt, Jugendkriminalität wirksam reduzieren können, indem sie Chancen, Zugehörigkeit und Vertrauen stärken - https://t1p.de/9r28y